Verpflegung im Ausland

Für eine optimale Vorbereitung ist es unerlässlich, sich frühzeitig mit den zu erwartenden Bedingungen auseinander zu setzen. Es gilt auch für die Ernährung: Andere Länder, andere Sitten. Hierzu gehören die klimatischen Bedingungen ebenso wie die Verpflegungssituation vor Ort und bestenfalls Kenntnisse über die landestypische Küche. Finden Wettkämpfe in warmen Regionen statt, ist Vorsicht geboten. Das Wichtigste ist hier eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, der Bedarf kann um 1 – 3l höher als normal sein, unter extremen Bedingungen sogar noch höher. Das heißt für die Sportler: Trinken! Trinken! Trinken!, denn auch nach erfolgter Hitzanpassung ist der Flüssigkeitsbedarf keineswegs geringer. Es sollte Wasser mit einem Natriumgehalt von > 400 – 1000 mg/l getrunken werden (Dickhuth/Kindermann 2004).

Quelle

Natriumgehalt mg/l

Adelheidquelle

966

Franken Brunnen

507

Kaiser Friedrich Quelle

1020

Staatlich Fachingen

602

 

Da in der Regel nur im Radsport eigenes Wasser mitgenommen werden kann (im Material-LKW), müssen für andere Sportler im Ausland die Etiketten der dort angebotenen Wässer studiert werden. Diese Aufgabe sollte am besten im Vorfeld ein Betreuer oder Trainer übernehmen. Wem dies zu aufwändig ist, der kann bei zu niedrigem Natriumgehalt auch einfach eine kleine Prise Kochsalz in das gekaufte Wasser geben. Ansonsten gelten die Regeln: Trinken vor dem Durst! und Nichts trinken, was man nicht kennt!

Die feste Nahrung sollte aus viel frischem Obst und Gemüse bestehen, auch um die Kaliumverluste auszugleichen. Wenn die Lebensmittelqualität die Nährstoffversorgung gefährdet, kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln<//a> in Erwägung gezogen werden. Die Präparate sollten nicht auf eigene Faust eingenommen werden, sondern nur nach Rücksprache mit dem Mannschaftsarzt.

In warmen Klimazonen treten Magen-Darm-Beschwerden deutlich häufiger auf, davon sind auch reisende Sportler betroffen. Ursachen gibt es viele:

  • mangelhafte Hygiene bei der Zubereitung und Lagerung
  • falsche Zubereitungsmethoden
  • Unterbrechung der Kühlkette
  • verschmutztes Wasser
  • klimatische Einflüsse

Um einer Erkrankung vorzubeugen, sollten sich Sportler (und auch die Betreuer) an folgenden Tipps orientieren:

  • Langsam an die neue Kost gewöhnen, ungewohnte Speisen können Unverträglichkeiten hervorrufen und dadurch die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen
  • Fleisch, Geflügel und Fisch nur gekocht oder durchgebraten verzehren
  • Auf Gerichte von Straßenständen (häufig wird Fleisch an offenen Wagen angeboten) verzichten
  • Kein Leitungswasser im Ausland trinken
  • Keine Eiswürfel nehmen, wenn nicht sicher ist, dass sie aus Mineralwasser hergestellt wurden
  • Regelmäßiges Händewaschen, insbesondere nach dem Toilettengang sind selbstverständlich

Wenn Zweifel bestehen, sollten folgende Lebensmittel gemieden werden:

  • Milchprodukte
  • Mayonnaise
  • Salate
  • Rohes Fleisch (z.B. Tatar) und roher Fisch

Als Faustregel gilt: Braten, Kochen, Schälen oder Verzichten!

Schriftgrösse A | A | A