Erlaubte Hilfen mit Vor- und Nachteilen

Es wird an dieser Stelle nur auf erlaubte Leistungsförderer eingegangen. Hierzu zählt alles, was legal die physiologischen, biochemischen oder psychologischen Parameter verbessern soll, um die sportliche Leistungsfähigkeit zu steigern.

  1. Physiologische Hilfen: z.B. Physiotherapie, Massagen, Höhentraining
  2. Ernährungsbezogene Hilfen: z.B. Kohlenhydratsuperkompensation
  3. Psychologische Hilfen: z.B. Psychische Anregung, Beruhigung
  4. (Bio-)Mechanische Hilfen: z.B. Techniktraining, optimale Ausrüstung
  5. Soziale Hilfen: z.B. Leistungssportorientiertes Umfeld

Alle diese Leistungsförderer haben eins gemein, sie sind erlaubt. Wer sie in Anspruch in nimmt, kann nicht Gefahr laufen, positiv auf Irgendetwas getestet zu werden. Jeder Sportler kann für sich herausfinden, was ihm gut bekommt und was sein Wohlbefinden und damit auch seine Leistung steigert. Es gibt unter den ernährungsbezogenen Leistungsförderern eine lange, lange Liste an Mittelchen, die zwar erlaubt sind (z. B. Vitamin E in Megadosen), für die aber der Nachweis der Leistungssteigerung nicht belegt ist. Derlei Pulver und Pillen ersetzen weder das regelmäßige Training noch kompensieren sie Ernährungsfehler.
Andere Hilfen können nicht in Anspruch genommen werden, weil das Geld fehlt. Physiotherapeuten, Ernährungsberater oder Psychologen wollen bezahlt werden, die neueste Ausrüstung gibt es nicht für jeden Leistungssportler umsonst. Oftmals werden auch Unterschiede zwischen Männlein und Weiblein gemacht, gerade in Sportarten, die nach wie vor als Männerdomäne gelten, wie z.B. Fußball oder Straßenradsport. Die Herren Radfahrer bekommen ihre Koffer ins Hotel getragen, die Damen bekommen oftmals nicht mal eine Massage und müssen ihre Räder noch selber putzen, geschweige denn, dass sie von ihren Gehältern leben können.

Es gibt eine Art von Leistungsförderung, die weit verbreitet ist, und zwar das Gewichtmachen oder Abkochen in Sportarten mit Gewichtsklassen unmittelbar vor dem Wettkampf. Hierfür wird drei bis vier Wochen vor dem Wettkampf die Energiezufuhr drastisch gesenkt. Am Tag vor dem Wiegetermin und an dem Tag selbst wird zusätzlich noch die Wasser- und Salzzufuhr eingeschränkt. Die Sportler kurbeln den Flüssigkeitsverlust ihres Körpers an, indem sie z.B. in die Sauna gehen oder Entwässerungsmittel einnehmen. Dies alles führt dazu, dass das Körpergewicht zum Wiegetermin  niedriger ist als normalerweise. Davon erhoffen sich Kampfsportler, in einer niedrigeren Gewichtsklasse antreten zu dürfen. Der Körper neigt durch die Dehydratation allerdings schneller zu Krämpfen, da die Durchblutung reduziert wird. Außerdem sind durch die verminderte Energiezufuhr die Glykogenreserven oftmals sehr niedrig, von der Vitamin- und Mineralstoffzufuhr ganz zu schweigen. Wer sich trotzdem nicht von dieser Methode abhalten lassen kann, sollte folgende Tipps beherzigen:

  • Nach dem Wiegen sofort mind. 2 Liter einer isotonen Glukose-Elekrolyt-Lösung trinken (bei Bedarf zusätzlich Salztabletten mit Mineralwasser)
  • Kohlenhydrate in Form von Nudeln oder Reis (keine Vollkornprodukte), wenn der Wettkampf über drei Stunden später stattfindet
  • Regelmäßig weiter alle halbe Stunde trinken (natriumreiches Mineralwasser)
  • Nach jedem Wettkampf trinken (z.B. Apfelschorle) und kohlenhydratreich essen (z.B. Bananen)

Gewichtsreduktionen sollten längerfristig angestrebt werden. Das ständige Auf und Ab des Körpergewichts belastet den Organismus unnötig. Von Crashdiäten und einseitigen Kostformen ist immer abzuraten. Ernährungsumstellung bzw. –pläne sollten immer in Zusammenarbeit mit erfahrenen Fachkräften erfolgen. Jeder Sportler is(s)t schließlich anders und mag z.B. bestimmte Lebensmittel nicht.

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